{"id":17,"date":"2019-03-02T11:35:09","date_gmt":"2019-03-02T11:35:09","guid":{"rendered":"http:\/\/homepage.kinderhaus-welterod.de\/?page_id=17"},"modified":"2022-04-02T10:19:16","modified_gmt":"2022-04-02T10:19:16","slug":"konzeption","status":"publish","type":"page","link":"http:\/\/kinderhaus-welterod.de\/?page_id=17","title":{"rendered":"Konzeption"},"content":{"rendered":"\n<ol class=\"wp-block-list\" type=\"I\"><li><strong>Vor &#8211; Satz<\/strong><\/li><\/ol>\n\n\n\n<p>&#8222;Es z\u00e4hlt nicht nur, dass wir gelebt haben, es z\u00e4hlt der Unterschied, den wir im Leben anderer bewirkt haben.&#8220; \u00a0<br><em>Nelson Mandela<\/em><\/p>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\" type=\"I\" start=\"2\"><li><strong>Allgemeine Informationen<\/strong><\/li><\/ol>\n\n\n\n<p>Unsere Einrichtung ist ein kleines Kinderheim. In einem famili\u00e4ren Rahmen gef\u00fchrt, nennen wir es Kinderhaus, als Abgrenzung zu gro\u00dfen, schichtdienstbasierten Heimen. Das Haus bietet bis zu 9 Wohnpl\u00e4tze f\u00fcr Jungen und M\u00e4dchen in einer vollstation\u00e4ren Gruppe sowie 1 Inobhutnahmeplatz. Wir nehmen Kinder ab 3 Jahren \u2013 in Ausnahmef\u00e4llen auch darunter &#8211; auf und betreuen sie bis zur R\u00fcckf\u00fchrung in die Familie oder bis zur Verselbst\u00e4ndigung und, wenn von allen an der Ma\u00dfnahme Beteiligten gew\u00fcnscht, auch \u00fcber das 18. Lebensjahr hinaus. Das Kinderhaus befindet sich in Welterod, einem kleinen Ort mit ca. 500 Einwohnern im rheinland-pf\u00e4lzischen Taunus, unweit der Loreley. Landschaftlich sehr sch\u00f6n gelegen, ist es umgeben von einem 1800 qm gro\u00dfen Grundst\u00fcck. Der Ort selbst ist d\u00f6rflich gepr\u00e4gt, verf\u00fcgt jedoch \u00fcber eine gute Anbindung an wirtschaftliche und edukative Infrastrukturen. Das Kinderhaus, die ehemalige Schule von Welterod, befindet sich in der Ortsmitte gegen\u00fcber dem B\u00fcrgerhaus. Durch die zentrale Ortslage &#8211; in den R\u00e4umen des B\u00fcrgerhauses, bzw. auf dem Platz zwischen Kinderhaus und B\u00fcrgerhaus, finden Vereinsarbeit, Feste und kulturelle Veranstaltungen statt \u2013 sind die bei uns lebenden Kinder \u201emitten im Geschehen\u201c. Ihr Mitwirken in den Vereinen und bei Festen sowie bez\u00fcglich der kirchlichen Jugendarbeit beg\u00fcnstigt die Integration in die Dorfgemeinschaft. Zudem gestatten l\u00e4ndliche Lage und Verkehrsberuhigung ungef\u00e4hrdete Aktivit\u00e4ten im Freien. Ein Kindergarten befindet sich direkt gegen\u00fcber unseres Hauses. Zu allen Schularten bestehen gute Verkehrsverbindungen.<br>Resultierte zun\u00e4chst aus der Gr\u00fcnderzeit der Einrichtung in Oestrich-Winkel besonders der Bezug zur hessischen Jugendhilfe, so werden wir l\u00e4ngst auch von Jugend\u00e4mtern anderer Bundesl\u00e4nder belegt.<\/p>\n\n\n\n<p>III. <strong>Einrichtungsstruktur<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Das Kinderhaus \u201eBlaues L\u00e4ndchen\u201c ist eine private Einrichtung der Jugendhilfe. Tr\u00e4ger und Leiter ist Herr Michael Walter, Diplom-Sozialarbeiter. Wir sind Mitglied im \u201eBundesverband privater Tr\u00e4ger der freien Kinder-, Jugend- und Sozialhilfe (VPK), in der \u201eInteressengemeinschaft Kleine Heime\u201c Hessen (IKH) und der \u201eInternationalen Gesellschaft f\u00fcr erzieherische Hilfen\u201c (IGFH). Au\u00dferdem engagieren wir uns im Netzwerk Kindeswohl unter der Federf\u00fchrung des Jugendamtes des Rhein-Lahn-Kreises.<br>Neben dem Heimleiter ist seine Frau, Hella Winkler-Walter (Diplom-Sozialp\u00e4dagogin, zertifizierte Referentin f\u00fcr Sozialkompetenztraining und Gewaltpr\u00e4vention in Gruppen), f\u00fcr die Tag- und Nacht-betreuung der Kinder verantwortlich. Als elternerg\u00e4nzende Bezugspersonen wohnen beide in dem privat gef\u00fchrten Haus mit den Kindern und Jugendlichen zusammen. Drei p\u00e4dagogische Mitarbeiter-Innen sind als Bezugsbetreuer u. a. f\u00fcr die Hausaufgaben- und Freizeitbetreuung zust\u00e4ndig, pflegen Kontakte zu Eltern, Lehrern, \u00c4rzten der Kinder u. v. m. An Wochenenden werden die Kinder in der Regel vom Heimleiter, seiner Frau und einem\/r P\u00e4dagogen\/in betreut. Einmal im Monat \u00fcbernehmen die p\u00e4dagogischen Mitarbeiter den Wochenenddienst. Die Leitung und die meisten Mitarbeiter bilden schon seit \u00fcber 20 (!) Jahren in derselben Zusammensetzung ein Team und bieten den Betreuten somit eine hohe Beziehungskonstanz.<br>Au\u00dferdem arbeiten eine Verwaltungskraft, eine Hauswirtschafterin sowie eine Kraft f\u00fcr Fahrten und Hausmeistert\u00e4tigkeiten bei uns. Wir kooperieren mit externen Therapeuten verschiedenster Fachrichtungen, ein Supervisor hilft in monatlichem Abstand bei der Reflektion der Arbeit.<\/p>\n\n\n\n<p>IV. <strong>Aufnahmekriterien<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Aufgenommen werden Kinder und Jugendliche ab 3 Jahren, in Ausnahmen auch darunter. Hauptkriterium ist in jedem Fall, da\u00df die Hilfe zur Erziehung in einer Gruppe fachlich angemessen ist, bzw. die Integration in die Gruppe m\u00f6glich erscheint.<br>Wir nehmen Kinder bei uns auf, die ein liebevoll-konsequentes p\u00e4dagogisches Umfeld ben\u00f6tigen, um in eine selbst\u00e4ndige und eigenverantwortliche Rolle wachsen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Es sind Kinder aus<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Familien, in denen vor\u00fcbergehend oder auf Dauer eine dem Wohl des Kindes entsprechende Erziehung nicht gew\u00e4hrleistet ist,<\/li><li>Pflegefamilien, die nicht mehr die im Einzelfall notwendige und geeignete Hilfe zur Erziehung anbieten k\u00f6nnen,<\/li><li>psychiatrischen Kliniken,<\/li><li>anderen Heimen der Erziehungshilfe.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p>Die Kinder m\u00fcssen in der Lage sein, \u00f6ffentliche Kinderg\u00e4rten, Schulen bzw. Sonderschulen und regul\u00e4re Ausbildungsg\u00e4nge besuchen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Nicht aufgenommen werden Kinder und Jugendliche mit<\/p>\n\n\n\n<p>&#8211; schweren k\u00f6rperlichen oder geistigen Behinderungen, die pflegerischer Betreuung bed\u00fcrfen<\/p>\n\n\n\n<p>&#8211; gravierenden Suchtproblemen<\/p>\n\n\n\n<p>&#8211; massiv ausgepr\u00e4gtem delinquenten Verhalten.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach der Aufnahme wird zeitnah ein Hilfeplangespr\u00e4ch vereinbart, in dem die Ziele und Dauer der Ma\u00dfnahme mit dem zust\u00e4ndigen Jugendamt und den Eltern, bzw. ggf. dem Vormund abgestimmt werden. Die jeweiligen bestimmenden Faktoren (Ver\u00e4nderung des Kindes oder des famili\u00e4ren Umfeldes) ber\u00fccksichtigend k\u00f6nnen die Ziele in turnusm\u00e4\u00dfigen Hilfeplangespr\u00e4chen modifiziert und bez\u00fcglich der Dauer der Ma\u00dfnahme eine Verk\u00fcrzung oder Verl\u00e4ngerung beschlossen werden.<\/p>\n\n\n\n<p>V. <strong>Rechtsgrundlagen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die Rechtsgrundlage f\u00fcr die Aufnahme und Betreuung von Kindern und Jugendlichen bilden:<\/p>\n\n\n\n<p>&#8211; \u00a7 27 SGB VIII Hilfe zur Erziehung i. V. m.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8211; \u00a7 34 SGB VIII Heimerziehung<\/p>\n\n\n\n<p>&#8211; \u00a7 41 SGB VIII Hilfe f\u00fcr junge Vollj\u00e4hrige<\/p>\n\n\n\n<p>&#8211; \u00a7 42 SGB VIII Inobhutnahme<\/p>\n\n\n\n<p>VI. Unsere p\u00e4dagogische Ausrichtung<\/p>\n\n\n\n<p>Unsere p\u00e4dagogische Ausrichtung orientiert sich am Kind\/dem Jugendlichen als Individuum, als Teil der Gruppe und als Teil der Gesellschaft. Wir begleiten es\/ihn in Richtung auf eine Integration ins Kinderhaus oder R\u00fcckf\u00fchrung in die Herkunftsfamilie, Vorbereitung auf ein selbst\u00e4ndiges Leben oder eine Weitervermittlung in Anschlu\u00dfma\u00dfnahmen.<br>Wir f\u00f6rdern altersgem\u00e4\u00dfe, geschlechtsspezifische und entwicklungsbezogene F\u00e4higkeiten mit dem Ziel der St\u00e4rkung des Selbstbewu\u00dftseins, des Selbstwertgef\u00fchls und der Selbst-\/Sozial-\/Sachkom-petenz. Dabei pr\u00e4ferieren wir das Zusammenleben von Jungen und M\u00e4dchen unterschiedlichen Alters, (im Gegensatz zu manch gro\u00dfen Einrichtungen, die die Arbeit mit geschlechtsgetrennten und altershomogenen Gruppen bevorzugen), da dies zum einen unserem Ansatz des familienanalogen Zusammenlebens entspricht und zum anderen soziales Lernen auf breiterer Ebene (R\u00fccksichtnahme, Rollenverhalten, Vorleben u.a.) erm\u00f6glicht.<br>Voraussetzung f\u00fcr die optimale Entfaltungsm\u00f6glichkeit eines Kindes ist, neben seinen materiellen, besonders auch seine individuellen emotionalen und psychosozialen Bed\u00fcrfnisse weitestgehend zu befriedigen. Sie erfahren deshalb bei uns ein hohes Ma\u00df an Zuwendung und Verl\u00e4\u00dflichkeit. Zu den Entfaltungsm\u00f6glichkeiten geh\u00f6ren auch die Hinf\u00fchrung zu altersgem\u00e4\u00dfer Gestaltung des eigenen Lebensraumes und ad\u00e4quater Freizeitgestaltung.<br>Zum verst\u00e4ndnisvollen Eingehen auf individuelle Verhaltens- und Charaktermerkmale bedarf es nicht zuletzt unserer Flexibili\u00e4t, zu der auch das Respektieren von phasenweise regressivem oder gar pathologischem Verhalten geh\u00f6rt. Erg\u00e4nzende therapeutische Angebote orientieren sich an diesen Eigenheiten des Kindes und seiner Lebensgeschichte.<\/p>\n\n\n\n<p>VII. <strong>Leitbild<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Wir verstehen uns als Partner von Kindern, Eltern\/Verwandten\/Vorm\u00fcndern und Jugend\u00e4mtern in der Erziehungshilfe unter dem Fokus der Zusammenarbeit mit Schulen, Ausbildungsstellen, Therapeuten, \u00c4rzten etc. Den Kindern und Jugendlichen wollen wir einen Lebensraum anbieten, in dem sie sich wohlf\u00fchlen und als Individuum in ihrer Ganzheitlichkeit von K\u00f6rper, Geist und Seele wachsen k\u00f6nnen. Dieser Lebensraum ist gekennzeichnet durch verl\u00e4\u00dfliche Regeln und Alltagsstrukturen, die Sicherheit und Orientierung geben. Das Ausbalancieren zwischen den W\u00fcnschen und Bed\u00fcrfnissen des Individuums einerseits und der Gemeinschaft andererseits, f\u00f6rdert die Entwicklung zur sozialen Pers\u00f6nlichkeit. Ausgehend vom situativen Ansatz holen wir das Kind\/den Jugendlichen da ab, \u201ewo es\/er ist\u201c, nehmen R\u00fccksicht auf seine individuellen Probleme und bringen seinen St\u00e4rken Wert-sch\u00e4tzung entgegen.<\/p>\n\n\n\n<p>VIII. <strong>Betreuungsangebote<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>1. Hilfe zur Erziehung\/Vollstation\u00e4re Betreuung<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Wir betreuen Kinder und Jugendliche, deren Eltern eine dem Wohl des Kindes oder des Jugendlichen entsprechende Erziehung nicht gew\u00e4hrleisten k\u00f6nnen. Die Hilfe umfa\u00dft als Vollzeitpflege das Wohnen im Kinderhaus, die Verk\u00f6stigung, die Hausaufgaben- und Freizeitbetreuung, die p\u00e4dagogische Betreuung und F\u00f6rderung, therapeutische Anbindung u. v. m. Ausf\u00fchrliche Darstellung in Punkt XII. \u201eDas p\u00e4dagogische Arbeitsfeld\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>2. Hilfe f\u00fcr junge Vollj\u00e4hrige<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Zur Erleichterung f\u00fcr Jugendliche\/junge Erwachsene, die in die Verselbst\u00e4ndigung gehen. Wir unterst\u00fctzen dort, wo lebenspraktische F\u00e4higkeiten noch nicht ausreichend entwickelt worden sind, beispielsweise im Schriftverkehr und Kontakt mit Beh\u00f6rden, im Aufteilen des verf\u00fcgbaren Geldes, in Konfliktsituationen usw.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>3. Inobhutnahme<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Kurzfristige und zeitlich begrenzte Inobhutnahme eines Kindes oder eines Jugendlichen, wenn eine dringende Gefahr f\u00fcr sein Wohl dies erfordert. Sollte die Kl\u00e4rung der Problemlagen und die Entwicklung von L\u00f6sungsstrategien es erfordern, kann sich die Inobhutnahme auch \u00fcber einen l\u00e4ngeren Zeitraum erstrecken. Die Inobhutnahme stellt eine vollstation\u00e4re Betreuung dar. Die Kinder und Jugendlichen werden je nach Bedarf intensiv betreut. Parallel dazu erfolgt die Kontaktaufnahme zu und die Koordinierung mit allen relevanten Personen, \u00c4mtern und Institutionen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>IX. Dokumentation und Evaluation<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Gemeinsam mit den Eltern, dem Kind\/Jugendlichen und dem Jugendamt werden in Hilfeplan-gespr\u00e4chen me\u00df- und erreichbare Ziele, bzw. Teilziele formuliert. Den gesamten Erziehungs-, Betreuungs- und Entwicklungsproze\u00df dokumentieren wir in Entwicklungsberichten. Dies geschieht in der Regel halbj\u00e4hrlich, als Grundlage f\u00fcr die jeweiligen Hilfeplangespr\u00e4che, situativ auch \u00f6fter. Die Berichte basieren auf unseren hausinternen Dokumentationen. In ihnen werden nicht nur t\u00e4glich die wichtigsten Ereignisse und Informationen festgehalten, sondern auch Krisensituationen und -interventionen. Au\u00dfer in den vorerw\u00e4hnten Hilfeplangespr\u00e4chen \u00fcberpr\u00fcfen wir st\u00e4ndig teamintern in w\u00f6chentlichen Teamsitzungen, monatlichen Supervisionen und Einzelfallbesprechungen (Controlling), welche Fortschritte auf dem Weg zum n\u00e4chsten Teilziel erreicht wurden, bzw. welche noch w\u00fcnschenswert sind.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>X. Partizipation der Kinder \/ Jugendlichen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die bei uns wohnenden Kinder und Jugendlichen haben in vielen Belangen Mitwirkungs-, Mitsprache- und Mitentscheidungsrecht. Regelm\u00e4\u00dfig w\u00f6chentlich stattfindende Hausrunden dienen als Kinderparlament. Hier k\u00f6nnen sie Probleme und W\u00fcnsche ansprechen und ausdiskutieren. Die Hausrunden werden auch genutzt f\u00fcr Fortschreibungen von Hausregeln, f\u00fcr Besprechungen von Konflikten oder Regel\u00fcberschreitungen und daraus resultierenden Konsequenzen, f\u00fcr Planungen von Unternehmungen, f\u00fcr Projekte zu Themen wie Konflikt-, Sucht- und Gewaltpr\u00e4vention, Sexualit\u00e4t, Gesundheit, Hausversch\u00f6nerung, Rollenspiele, usw. Neben den turnusm\u00e4\u00dfig stattfindenden Hausrunden finden ggf. auch situativ einberufene statt, wenn akut Entscheidungen getroffen, Konflikte gel\u00f6st oder Fragen gekl\u00e4rt werden m\u00fcssen. Au\u00dferdem werden die Kinder\/Jugendlichen an der Erstellung von ihren individuellen Entwicklungsberichten, Essenspl\u00e4nen, Dienstepl\u00e4ne der Kinder u.v.m. beteiligt.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>XI. Beschwerdemanagement<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>In Wertsch\u00e4tzung der Pers\u00f6nlichkeit eines Kindes und seiner Rechte, sowie zur steten Verbesserung und Reflektion unserer Arbeit haben wir ein Beschwerdemanagement eingef\u00fchrt. Rechte, Pflichten Hausregeln wurden gemeinsam mit den Kindern erarbeitet und h\u00e4ngen in Schriftform in einem Gemeinschaftsraum aus. Bei der Aufnahme in unsere Einrichtung wird jedes Kind hier\u00fcber informiert und nach seinen Erwartungen an uns gefragt. Ihm wird die Funktion der Hausrunden bzw. des Kinderparlamentes erl\u00e4utert. Es wird darauf hingewiesen, bei welchen Personen oder Institutionen es sich ggf. Unterst\u00fctzung in Konflikten holen kann. Eine beschwerdef\u00fchrende Person erf\u00e4hrt Wertsch\u00e4tzung in ihrem Anliegen. Inhalte der Beschwerde werden besprochen, l\u00f6sungs-orientiert bearbeitet und ggf. weitergeleitet. Die beschwerdef\u00fchrende Person bekommt R\u00fcckmeldungen \u00fcber unternommene Schritte und Ergebnisse.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>XII. Das p\u00e4dagogische Arbeitsfeld<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Das p\u00e4dagogische Arbeitsfeld umfa\u00dft ein vollstation\u00e4res Betreuungsangebot in allen Lebensbereichen. Wir begegnen den bei uns zur Aufnahme kommenden Kindern und Jugendlichen mit emotionaler W\u00e4rme, Empathie und Wertsch\u00e4tzung.<br>Um einen famili\u00e4ren Rahmen zu wahren, lebt das Leiterehepaar mit den Kindern im Haus, es verbringt die meisten Wochenenden sowie einen Gro\u00dfteil der Schulferien mit den Kindern. Durch das kontinuierliche Zusammenleben kommt das Prinzip des Vorlebens in allen Lebensbereichen zum Tragen. Sie erfahren ihre Bezugspersonen in allen m\u00f6glichen Alltagssituationen, von der Hausarbeit \u00fcber den Umgang von Erwachsenen miteinander, handwerklichem Tun bis hin zu Freizeit und Integration in private Familien- und Freundeskreise.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>1. Der Lebensraum der Kinder und Jugendlichen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die Kinder bewohnen in der Regel Einzelzimmer, die \u00fcberwiegend nach eigenen Vorstellungen eingerichtet und gestaltet werden k\u00f6nnen. Sie d\u00fcrfen sich Haustiere halten, sofern sie bereit und f\u00e4hig sind, diese verantwortlich zu versorgen. So gibt es derzeit zwei Katzen und einen Hund &#8211; wir hatten aber auch schon Schafe, H\u00fchner, Fische, Kaninchen, Meerschweinchen und ein Pferd.<\/p>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\" start=\"2\"><li><strong>Vorschulische und schulische Betreuung<\/strong><\/li><\/ol>\n\n\n\n<p>Ein Kindergarten befindet sich im Ort in unmittelbarer Nachbarschaft zur Einrichtung. Grundschulen befinden sich in Nast\u00e4tten und Miehlen, Haupt- und Realschulen in St. Goarshausen\/Heide und Nast\u00e4tten sowie eine Schule mit dem F\u00f6rderschwerpunkt Lernen in Nast\u00e4tten, ein Gymnasium in St. Goarshausen. Zu den Schulen werden die Kinder mit Schulbussen gefahren, deren Haltestellen nur wenige Meter von unserem Kinderhaus entfernt sind. Ebenfalls in der n\u00e4heren Umgebung gibt es einen Kindergarten der Lebenshilfe mit heilp\u00e4dagogischem Angebot, eine Schule mit dem F\u00f6rderschwerpunkt ganzheitliche Entwicklung sowie eine Sprachheilschule. Ein Kleinbus \u00fcbernimmt hier die Fahrten ab unserer Haust\u00fcre. Eine Waldorfschule und Berufsfachschulen befinden sich in erreichbarer Entfernung.<br>Bestehen Bedenken hinsichtlich kognitiver und\/oder emotionaler bzw. sozialer Kompetenzen lassen wir bei uns wohnende Kinder und Jugendliche schulpsychologisch hinsichtlich der passenden Schulform testen oder im Heilp\u00e4dagogisch-Therapeutischen Zentrum Neuwied auf Legasthenie oder Dyskalkulie untersuchen.<br>Die au\u00dferschulische Betreuung, in erster Linie bei den Hausaufgaben, erfolgt zu verbindlich festgelegten Zeiten in der Wohngruppe. Die individuelle Betreuung \u00fcbernimmt der jeweilige Bezugsbetreuer, welcher auch die Schulkontakte zu den Lehrern pflegt. \u00dcbergeordnete Schulkontakte nimmt ggf. der Heimleiter wahr.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>3. Berufliche F\u00f6rderung<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Berufsausbildungen sind direkt im Ort oder in der n\u00e4heren Umgebung m\u00f6glich. Ausbildungsstellen finden wir nicht nur in Zusammenarbeit mit Institutionen wie der Agentur f\u00fcr Arbeit, dem Inter-nationalen Bund (IB) oder Werkst\u00e4tten f\u00fcr Behinderte, sondern auch durch Beziehungen zur regionalen Gesch\u00e4ftswelt. Die hierzu notwendige Mobilit\u00e4t der Jugendlichen wird durch den \u00d6ffentlichen Nahverkehr oder ggf. unseren hauseigenen Fahrdienst gew\u00e4hrleistet.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>4. Tagesablauf<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Gemeinsam mit einem Mitarbeiter nehmen die Kindern\/Jugendlichen ein Fr\u00fchst\u00fcck ein. Im Anschlu\u00df an das Z\u00e4hneputzen und Bettenmachen fahren die Kinder mit dem Bus zur Schule. Nach ihrer R\u00fcckkehr \u00fcbernimmt eines von ihnen im Wechsel den K\u00fcchendienst (Tisch decken, abr\u00e4umen, Sp\u00fclmaschine ausr\u00e4umen). Das Mittagessens wird im Turnus von Mitarbeitern zubereitet und gemeinsam mit den Kindern eingenommen. Hierauf folgt die Hausaufgabenzeit. Je nach Notwendigkeit erhalten die Kinder gezielt Unterst\u00fctzung durch ihren Bezugsbetreuer. Danach haben die Kinder Freizeit bis zum Abendessen. Sie k\u00f6nnen sie alleine, mit Freunden im Haus oder aus dem Ort, mit den Betreuern (Spiele, Sport, Basteln u.v.m.) oder im Verein verbringen. Im Turnus stehen zudem Therapien und Diensterledigungen (Grundst\u00fccks- oder W\u00e4schedienst) und mindestens einmal w\u00f6chentlich die Hausrunde (Kinderparlament) an. Das Abendessen verl\u00e4uft analog wie das Mittagsmahl. Danach haben die Kinder noch einmal Freizeit. Einige verbringen sie mit ihrer peergroup, andere besch\u00e4ftigen sich am Computer, spielen mit der Spielekonsole, schauen fern usw. Vor dem Zubettgehen, dessen Zeiten altersgem\u00e4\u00df gestaffelt ist, achten wir darauf, da\u00df der K\u00f6rperhygiene und der Zimmerordnung Gen\u00fcge getan wurde. J\u00fcngere Kinder werden mit einem Bettgehritual in den Schlaf begleitet.<br>An Wochenenden unternehmen wir oft mit den Kindern, die nicht ihre Eltern\/Verwandten besuchen, Ausfl\u00fcge (Radtouren, Schwimmbad, Kino u.v.m) oder wir spielen, basteln usw. Meist ersetzen wir das Mittagessen hier durch eine Zwischenmahlzeit unterwegs und essen abends warm. Wir legen Wert darauf, da\u00df die Freizeit nicht (nur) in Form von Fernsehen\/Konsolespielen, sondern aktiv gestaltet wird.<br>Die Ferien verbringen die Kinder teils bei ihren Eltern\/Verwandten, teils gemeinsam mit uns. Wir gestalten die Ferien meist mit Ferienfreizeiten, Ausfl\u00fcgen oder Spielen im Haus. Auch ist es m\u00f6glich, da\u00df die Kinder sich an Ferienfreizeiten von Anbietern wie der Arbeiterwohlfahrt oder an Freizeitangeboten der Schulen, der Hahnenm\u00fchle (Jugendhaus in Nast\u00e4tten) o. \u00e4. beteiligen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>5. Mahlzeiten<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Wir bereiten unsere Mahlzeiten so zu, da\u00df sie einerseits dem Geschmack der Kinder entsprechen, andererseits aber auch der Notwendigkeit einer ausgewogenen Ern\u00e4hrung dienlich sind. Durch Beteiligung aller mit der Erziehung besch\u00e4ftigten Mitarbeiter und der Kinder entsteht ein vielseitiger und abwechslungsreicher Speiseplan. An Wochenenden und in Ferien werden die Kinder in die Zubereitung der Mahlzeiten einbezogen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>6. Freizeitgestaltung<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Vorleben beinhaltet nicht nur das Aufzeigen von ad\u00e4quaten Umgangsformen miteinander, Konfliktl\u00f6sungsstrategien und Verhaltensalternativen, sondern auch von positiven Lebensformen. Ganz selbstverst\u00e4ndlich bildet daher der freizeit- und erlebnisp\u00e4dagogische Aspekt einen unsere Arbeit begleitenden Rahmen. Angebote, die f\u00fcr das Kind oft neu und ungewohnt sind, stellen eine Herausforderung dar, deren Bew\u00e4ltigung f\u00fcr Kinder mit geringem Selbstvertrauen einen Zuwachs an Selbstbewu\u00dftsein und -vertrauen sowie eine Vertiefung der Beziehung zu Betreuern und der Gruppe geben kann. Auch in diesem Teil der Arbeit zeigt sich die Wichtigkeit der Vorbildfunktion der Bezugspersonen im erzieherischen Bereich.<br>Das Vorleben der jeweils eigenen vielf\u00e4ltigen Interessen, F\u00e4higkeiten und Hobbies erleichtert die Vermittlung eines ausgef\u00fcllten Freizeitverhaltens. Begeistert angenommen werden z. B. Fahrten ins Gel\u00e4nde mit dem Gel\u00e4ndewagen, Ausfl\u00fcge und Malaktionen. Begabungen, Interessen und Neigungen, die die Kinder mitbringen, suchen wir nach Kr\u00e4ften zu unterst\u00fctzen und zu f\u00f6rdern. Nur beispielhaft seien hier die hausinternen Turnstunden, unsere Fitne\u00dfger\u00e4te, das gro\u00dfe Trampolin, Radtouren, Fu\u00dfballspiele, Schwimmen und kreatives Arbeiten mit den verschiedensten Materialien genannt. Angebote bestehen auch seitens der \u00f6rtlichen Vereine, z. B. mit den Abteilungen Kinder- und Jazzgymnastik, Fu\u00dfball, Jugendfeuerwehr sowie regional Taekwondo und des Technischen Hilfswerkes.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>7. Therapeutisch-p\u00e4dagogische Angebote \u2013 intern und extern<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Falls die psychische bzw. motorische Verfassung eines Kindes dies erfordert, beziehen wir in unsere Arbeit therapeutische Fachkr\u00e4fte mit ein, die bei der Aufarbeitung erlittener emotionaler Verletzungen bzw. motorischer Defizite unterst\u00fctzend mitwirken. Dies sind in der Regel Kinder- und Jugend-, Trauma-, Spiel- und Ergotherapeuten, Logop\u00e4den, aber auch P\u00e4dagogen, die tierbasierte Arbeit anbieten (ASAME Oelsberg, Waldhof in Heidenrod-Nauroth).<br>Bez\u00fcglich Kindern und Jugendlichen, die k\u00f6rperlich und seelisch unter hoher Spannung stehen, ihre Gef\u00fchle und emotionale Verletzungen aber nicht verbalisieren k\u00f6nnen, arbeiten wir mit einer Reiki-Meisterin zusammen, die die CranioSacrale K\u00f6rperBalance praktiziert. Au\u00dferdem kooperieren wir mit einem Behandler nach der japanischen Heilkunst Jin Shin Jyutsu, die zur L\u00f6sung von Energieblockaden und zur Harmonisierung der Lebensenergie beitragen kann. Dar\u00fcber hinaus integrieren wir in das Alltagsgeschehen Elemente aus den Bereichen der Traumap\u00e4dagogik und der Gewaltfreien Kommunikation (GfK) nach Marshal Rosenberg.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Traumap\u00e4dagogik:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Zu uns kommen bisweilen Kinder und Jugendliche, die fr\u00fch im Leben traumatisiert wurden, z. B. durch Unfall oder Tod einer geliebten Person, Vernachl\u00e4ssigung oder Gewalterfahrungen.<br>Die traumatischen Erlebnisse der Kinder waren unkontrollierbare, pl\u00f6tzlich oder\/und wiederholt eintretende Ereignisse (Schock-, bzw. Entwicklungstraumata), denen sie sich hilflos ausgeliefert f\u00fchlten, ohne Einflussm\u00f6glichkeit und ohne Kontrolle. Ihre Grenzen wurden in Gewaltsituationen durch physischen \/ psychischen \/ sexuellen Mi\u00dfbrauch willk\u00fcrlich verletzt, die Kinder wurden ver\u00e4ngstigt, erniedrigt, entw\u00fcrdigt. Manche erinnern noch den physischen oder psychischen Schmerz, k\u00f6nnen z. T. aber verstandesgem\u00e4\u00df nicht erfassen, was mit ihnen geschah. Andre weisen Symptome von dissoziativer Amnesie auf.<br>Traumatisierte Kinder leiden h\u00e4ufig unter Konzentrations- und Schlafst\u00f6rungen, Flashbacks, Kontrollzw\u00e4ngen u.v.m. Sie weisen oft eine niedrige Frustrationstoleranz auf und reagieren situativ unangemessen mit Wutausbr\u00fcchen. Da sie sich als weniger belastbar als andere erleben, ist ihr Selbstwertgef\u00fchl gering. Au\u00dferdem leiden sie unter Beziehungsschwierigkeiten, Scham- und Schuldgef\u00fchlen und bedrohlichen Geheimnissen. Ihre Gef\u00fchle schwingen nicht innerhalb eines gewissen \u201eToleranzfensters\u201c, sondern sprengen es entweder nach unten (Depression, Energielosigkeit u. a.) oder oben (Innere Unruhe, Wutausbr\u00fcche, Konzentrationsschw\u00e4che, Schlaflosigkeit u.a.).<br>Unsere p\u00e4dagogische Haltung basiert darauf, dass wir die bisherigen traumabedingten Verhaltens-weisen des jungen Menschen, mit denen er heute sich und andere m\u00f6glicherweise sch\u00e4digt, als \u00dcberlebensstrategien ansehen, die in der traumatischen Situation Sinn gemacht haben. Hinzu kommt, dass wir vor der Lebensleistung der Kinder und Jugendlichen und ihren Ressourcen Respekt bekunden. Die P\u00e4dagogInnen unterst\u00fctzen die Kinder und Jugendlichen in Gespr\u00e4chen dabei, &#8211; auf der Wissensgrundlage \u00fcber die traumatisierenden Ereignisse und ihre Folgen &#8211; ihr Verhalten als normale Reaktion auf eine unnormale Umwelt zu verstehen. Dabei arbeiten wir im Hier und Jetzt, d. h., wir setzen die Kinder so wenig wie m\u00f6glich Erinnerungen an die traumatische Situation aus, um nicht unn\u00f6tig belastende Gef\u00fchle anzutriggern. Wenn Kinder erkennen, da\u00df ihr Verhalten im Dort und Damals sinnmachend war, dies aber nicht mehr im Hier und Jetzt ist, beg\u00fcnstigt das die Bereitschaft zur Entwicklung alternativer Verhaltensweisen.<br>Traumatisierten Kindern ist wichtig, gegenw\u00e4rtig wieder eine gewisse Vorhersehbarkeit und das Gef\u00fchl von Kontrolle erfahren zu k\u00f6nnen. Routine im Tagesablauf der Einrichtung, fr\u00fchzeitig angek\u00fcndigte Ver\u00e4nderungen u. \u00e4. wirken beruhigend und stabilisierend. Sie erleben Selbstwirk-samkeit und Selbstregulation durch seine Einbindung in Entscheidungsprozesse, die die individuelle Perspektivplanung sowie das Zusammenleben betreffen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Gewaltfreie Kommunikation (GfK) nach Marshal Rosenberg:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Um eine angstfreie, sicherheitsgebende Atmosph\u00e4re im Kinderhaus herzustellen, wird das wertsch\u00e4tzende Miteinander durch die Einbindung der Gewaltfreien Kommunikation gef\u00f6rdert.<br>Wir setzen die GfK in der Kommunikation und insbesondere in Konfliktsituationen zwischen Kindern, Eltern und\/oder P\u00e4dagogen ein. Hierbei sollen die vier Komponenten \u201eBeobachtung\u201c, \u201eGef\u00fchle\u201c, \u201eBed\u00fcrfnisse\u201c und \u201eBitten\u201c formuliert bzw. empathisch geh\u00f6rt werden. Ziel ist es,<\/p>\n\n\n\n<p>&#8211; Interpretationen\/Verd\u00e4chtigungen von Beobachtungen zu trennen, eigene Gef\u00fchle und Bed\u00fcrfnisse wahrzunehmen und zu kommunizieren, sowie realistische Bitten zu formulieren, die im Hier und Jetzt erf\u00fcllbar sind.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8211; Empathie f\u00fcr die eigenen Gef\u00fchle und Bed\u00fcrfnisse sowie die der anderen zu entwickeln.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8211; auch in Konflikten fair und wertsch\u00e4tzend zu kommunizieren.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8211; den \u201eguten (Hinter-)Grund\u201c zu erkennen, dem folgend das Kind eine Regelverletzung beging.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8211; Verhaltens\u00e4nderungen aus Einsicht statt aus Furcht vor Strafe zu erzielen.<\/p>\n\n\n\n<p>Viele Kinder, die bei uns aufgenommen werden, haben wenig Zugang zu ihren eigenen Gef\u00fchlen und Bed\u00fcrfnissen bzw. denen anderer. Ihnen fehlt oft das Vokabular, sich entsprechend auszudr\u00fccken. H\u00e4ufig sind sie nur mehr oder weniger harte Strafen gew\u00f6hnt und erwarten diese auch von unserem p\u00e4dagogischen Team. Anfangs verwechseln sie die Methoden der GfK mit Mangel an Durchsetzungsf\u00e4higkeit, bis sie deren positive Wirkung auf die Entwicklung eigener Sozialkompetenzen und das Zusammenleben erkennen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>CranioSacrale K\u00f6rperBalance<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Das CranioSacrale System ist ein funktionelles System, welches u. a. aus den Hirn- und R\u00fcckenmarksh\u00e4uten besteht. Es ist mit an der Entwicklung, dem Wachstum und der Funktionsf\u00e4higkeit des Zentralnervensystems beteiligt. Spannungen im K\u00f6rper wirken sich negativ auf das CranioSacrale System aus. Die craniosacrale Behandlerin ist in der Lage, mit ihren H\u00e4nden den K\u00f6rper sanft massierend, Spannungen im K\u00f6rper und somit Blockaden im Energieflu\u00df aufzusp\u00fcren und zu l\u00f6sen. Die Behandlung kann nonverbal verlaufen und bewirkt dennoch die Aufl\u00f6sung von Spannungszust\u00e4nden und f\u00fchrt zu einer Verbesserung der emotionalen Befindlichkeit.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Jin Shin Jyutsu<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Jin Shin Jyutsu ist eine Jahrtausende alte Kunst zur Harmonisierung der Energien in unserem K\u00f6rper.<\/p>\n\n\n\n<p>Sowohl unsere Gesundheit als auch unser mentales und emotionales Gleichgewicht h\u00e4ngen von einem harmonischen Energiefluss im K\u00f6rper ab. So wird der K\u00f6rper in der Philosophie des JSJ betrachtet als ein authentischer Spiegel des energetischen Zustandes des Menschen.<br>Das sanfte Halten von \u201eSicherheits-Energieschl\u00f6ssern\u201c, um den Energiefluss zu harmonisieren wird \u201eStr\u00f6men\u201c genannt und als eine Kunst bezeichnet. &#8211; W\u00f6rtlich \u00fcbersetzt hei\u00dft JSJ \u201eDie Kunst des Sch\u00f6pfers durch den mitf\u00fchlenden Menschen\u201c. (Quelle: <a href=\"http:\/\/www.kinesiologie-hohenfels.de\/\">www.kinesiologie-hohenfels.de<\/a>)<\/p>\n\n\n\n<p><strong>ASAME (Alternative soziale Arbeit mit Eseln)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Der Aktivhof in Oelsberg bietet das Projekt ASAME an, das Esel als Co-Therapeuten einsetzt. Zielgruppe sind Kinder, die schlechte Erfahrungen mit Erwachsenen gemacht und wenig Zugang zu ihren Gef\u00fchlen haben. Esel l\u00f6sen aufgrund ihrer Gr\u00f6\u00dfe und vermeintlichen St\u00e4rke vielschichtige Gef\u00fchle, Bilder und Assoziationen aus. Diese werden von der P\u00e4dagogin aufgegriffen und begleitet. Im Umgang mit den Eseln soll das Kind beispielsweise lernen, Angst abzubauen, Grenzen zu setzen sowie W\u00fcnsche und Bed\u00fcrfnisse zu \u00e4u\u00dfern. Auf diese Weise ist es ihm m\u00f6glich, ein Gef\u00fchl der Sicherheit und des Selbstwertes zu entwickeln. Neben dem Erwerb emotionaler Kompetenzen lernt das Kind auch Verantwortung f\u00fcr ein anderes Lebewesen zu \u00fcbernehmen und erh\u00e4lt Einblicke in umweltbezogene Zusammenh\u00e4nge, z. B. den respektvollen Umgang mit verschiedenen Lebensformen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Waldhof<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Der Waldhof in Heidenrod-Nauroth bietet unterschliedliche Angebote mit Pferden an, vom p\u00e4dagogisch begleiteten Reitunterricht bis zum therapeutisch-\/heilp\u00e4dagogischen Reiten. Je nach Bedarf der bei uns lebenden Kinder kooperieren wir mit den jeweiligen dortigen P\u00e4dagoginnen. Neben dem eigentlichen Reiten erleben die Kinder auf dem Bauernhof auch andere Tieren (Schweine, H\u00fchner usw.).<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Au\u00dferdem:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>In die Freizeitgestaltung flie\u00dfen Elemente aus der Erlebnisp\u00e4dagogik (Erlernen oder Vertiefen lebenspraktischer und \/oder sozialer Kompetenzen in ungewohnten Situationen und Umgebungen) und Kunstp\u00e4dagogik ein (Gestalten und Sich-Ausdr\u00fccken mit formbaren Materialien, Malen u.a.). Auch der Haltung von Haustieren messen wir therapeutischen Wert bei, da manche Kinder zun\u00e4chst eher bereit sind, sich Tieren anzuvertrauen und ihre Zuneigung zu schenken, als Menschen. Daraus erw\u00e4chst h\u00e4ufig die Bereitschaft zur \u00dcbernahme von Verantwortung. Zum therapeutischen Rahmen geh\u00f6ren nat\u00fcrlich auch die Zimmer der Kinder, die soweit als m\u00f6glich nach deren eigenen Ideen ausgestattet und gestaltet werden d\u00fcrfen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>8. Krisenpr\u00e4vention und -intervention<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Pr\u00e4vention ist ein wichtiger Aspekt in unserer Arbeit. Sie umfa\u00dft:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Einzelfallbesprechungen<\/li><li>Sexualp\u00e4dagogisches Schutzkonzept<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p>&#8211; Gewaltpr\u00e4vention (\u00dcbungen aus dem Bereich der Gewaltfreien Kommunikation,<\/p>\n\n\n\n<p>Sozialkompetenztraining, St\u00e4rkung des Selbstwertgef\u00fchls der Kinder und F\u00f6rderung des ad\u00e4quten Umgangs mit ihren Gef\u00fchlen, Deeskalationstraining f\u00fcr die Gruppe u.a.),<\/p>\n\n\n\n<p>&#8211; Deeskalation\/Selbstschutz (Selbstverteidigungskurs f\u00fcr MitarbeiterInnen &#8211; z. B. Taekwondo Ruhe bewahren und konsequentes Erzieherverhalten u.a.) und<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Nachbereitung der Krise bzw. Konfliktbearbeitung (Konfliktreflektion mit T\u00e4ter und Opfer u.a.).<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p>Auch wurden vorbeugende Ma\u00dfnahmen zur Handlungskompetenz ausgearbeitet: Fortbildungen aller p\u00e4dagogischen MitarbeiterInnen, Ersthelferausbildung aller MitarbeiterInnen, Projektarbeit (manchmal auch unter Einbeziehung der Polizei), Evakuierungs\u00fcbungen mit der \u00f6rtlichen Feuerwehr u. a.<\/p>\n\n\n\n<p>Zur konstruktiven Reaktion auf Krisen und Konflikte in oder au\u00dferhalb unserer Einrichtung haben wir Pl\u00e4ne f\u00fcr Handlungssicherheit entwickelt: Krisenablaufplan, Notfalltelefonliste, Melderaster f\u00fcr besondere Vorkommnisse, Krisenablaufplan bei Anzeichen f\u00fcr eine m\u00f6gliche Kindeswohl-gef\u00e4hrdung gem. \u00a7 8a SGB VIII, Erste-Hilfe-Kurzanleitung, Konfliktreflektionsbogen u. a..<\/p>\n\n\n\n<p>Alle Krisen werden dokumentiert und &#8211; gegebenenfalls &#8211; entweder zeitnah den zust\u00e4ndigen Jugend\u00e4mtern, Vorm\u00fcndern, Eltern und evtl. der Polizei zur Kenntnis gebracht oder im Rahmen von Hilfeplangespr\u00e4chen thematisiert.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>9. Elternarbeit und famili\u00e4re Kontakte<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Elternarbeit ist f\u00fcr uns selbstverst\u00e4ndlich. Sie findet in Form von pers\u00f6nlichen Gespr\u00e4chen und Telefonaten statt. Wir begegnen den Eltern wertsch\u00e4tzend und empathisch f\u00fcr den \u201eguten Grund\u201c, der ihr bisheriges Handeln bestimmte. In einer Atmosph\u00e4re, die von Akzeptanz gepr\u00e4gt ist statt von Kritik, f\u00e4llt es ihnen leichter, sich zu \u00f6ffnen und auch Handlungsalternativen anzunehmen. In den Gespr\u00e4chen legen wir unsere p\u00e4dagogischen Handlungsweisen dar, wir berichten \u00fcber die Entwicklung der Kinder, beantworten Fragen, h\u00f6ren zu, unterst\u00fctzen in administrativen Fragen u.v.m.<br>An dieser Stelle sei jedoch betont, da\u00df f\u00fcr uns an erster Stelle das Kind und das Kindeswohl steht. Die jeweiligen famili\u00e4ren Interaktions- und Beziehungsmuster ber\u00fccksichtigend, sollten Besuche der Kinder bei ihren Eltern und \/ oder Verwandten von beiden Seiten gew\u00fcnscht und p\u00e4dagogisch nicht kontraproduktiv sein. Die Besuchsregelung unter qualitativen und quantitativen Gesichtspunkten ist daher Bestandteil des Hilfeplans. So k\u00f6nnen Besuche mit oder ohne Betreuung erfolgen, im Elternhaus oder bei uns stattfinden, lediglich einige Stunden dauern oder sich \u00fcber das ganze Wochenende oder gar einen Teil der Ferien erstrecken.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>10. \u00c4ltere Jugendliche, junge Erwachsene\/Entlassungssituationen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>10.1. R\u00fcckf\u00fchrung<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Wir sind gerne bereit &#8211; falls im individuellen Hilfeplan von allen Beteiligten als erreichbares und w\u00fcnschenswertes Ziel vereinbart \u2013, an einer Reintegration ins Elternhaus mitzuarbeiten. Dieser Proze\u00df bedarf erfahrungsgem\u00e4\u00df oft begleitender, stabilisierender und unterst\u00fctzender Ma\u00dfnahmen. Unsere Vorbereitung auf die R\u00fcckf\u00fchrung umfa\u00dft Gespr\u00e4che mit dem Kind\/Jugendlichen, den Eltern und dem Jugendamt, die Erstellung eines Zeitplans und eines \u00dcbergabeprotokolls, die Erh\u00f6hung der Besuchszeitenfrequenzen bei den Eltern und den Abschied von der Gruppe und au\u00dferh\u00e4usigen Sozialkontakten. Auf Wunsch f\u00fchren wir auch den Umzug durch.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>10.2. Umzug in eine andere Einrichtung<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Wenn die Unterbringung in eine andere Einrichtung geplant ist, f\u00fchren wir im Vorfeld Gespr\u00e4che mit dem Kind\/Jugendlichen, den Eltern, dem Jugendamt und der neuen Einrichtung. In ihnen wird die Entwicklung des Kindes\/Jugendlichen in unserem Haus reflektiert und ausgewertet. Zur Strukturierung des Wohnortwechsels fertigen wir einen Zeitplan und ein \u00dcbergabeprotokoll an. Wir stehen dem Kind\/dem Jugendlichen bei der Besichtigung der anderen Einrichtung zur Seite und begleiten den Abschied von der Gruppe und au\u00dferh\u00e4usigen Sozialkontakten. Auf Wunsch f\u00fchren wir auch den Umzug durch.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>10.3. Verselbst\u00e4ndigung<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Manche Jugendliche\/junge Erwachsene verlassen unsere Einrichtung erst, nachdem sie eine qualifizierende Schulausbildung erworben und den Einstieg in eine Berufsausbildung bew\u00e4ltigt haben. Im Rahmen des \u00c4lter-Werdens bereiten wir sie schrittweise auch auf ein eigenst\u00e4ndiges Leben vor. Der zunehmenden pers\u00f6nlichen Reifeentwicklung folgend, werden Betreuungs-schwerpunkte sukzessive von einer Vollversorgung auf die Vermittlung lebenspraktischer Inhalte im Hinblick auf die Selbst\u00e4ndigkeit gewichtet. Unsere Vorbereitung auf die Verselbst\u00e4ndigung umfa\u00dft die schrittweise Erh\u00f6hung der Anforderungen an den Jugendlichen, das Ein\u00fcben im Schriftverkehr und Kontakt mit Beh\u00f6rden, das Ein\u00fcben im Aufteilen und Dokumentieren des verf\u00fcgbaren Geldes, das Ein\u00fcben im Einkauf und selbst\u00e4ndigen Kochen, die Unterst\u00fctzung bei der Suche einer Wohnung, Hilfestellung bei der M\u00f6blierung u.a. Falls gew\u00fcnscht, f\u00fchren wir auch den Umzug durch. Um die Eingew\u00f6hnung in die neue Wohnung zu erleichtern, bieten wir \u2013 falls gew\u00fcnscht und entfernungsm\u00e4\u00dfig sinnvoll \u2013 eine Nachbetreuung an, deren zeitlicher Rahmen und inhaltliche Ausgestaltung mit dem Jugendamt und dem Jugendlichen vereinbart wird.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>XIII. Schlu\u00df \u2013 S\u00e4tze<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Wichtig f\u00fcr uns ist, da\u00df wir unsere Ideale im Bew\u00e4ltigen von Alltag(sroutinen) nicht aus den Augen verlieren. Wir haben die Erfahrung gemacht, da\u00df wir uns mit den Kindern \u00e4ndern: <em>docendi discimus<\/em>, als Lehrende lernen wir, wu\u00dften schon die R\u00f6mer. Diese Erkenntnis ber\u00fccksichtigend, werden wir unsere Arbeit st\u00e4ndig reflektieren und neue Ansichten, Erfahrungen und Vorgehens-weisen konzeptionell fortschreiben.<\/p>\n\n\n\n<p>Eines wollen wir in jedem Fall beibehalten: Unser Engagement zum Wohle der Kinder und Jugendlichen.<\/p>\n\n\n\n<p>Welterod, im Februar 2022<\/p>\n\n\n\n<p><strong>XIV. Kontaktdaten:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Kinderhaus \u201eBlaues L\u00e4ndchen\u201c<\/strong><br><strong>Rathausstr. 5<\/strong><br><strong>56357 Welterod<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Auf Wunsch senden wir Ihnen gerne unsere ausf\u00fchrliche <strong>Leistungsbeschreibung<\/strong> und\/oder unser <strong>Sexualp\u00e4dagogische Schutzkonzept<\/strong> zu.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Anfragen richten Sie bitte an die eMail-Adressen<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vor &#8211; Satz &#8222;Es z\u00e4hlt nicht nur, dass wir gelebt haben, es z\u00e4hlt der Unterschied, den wir im Leben anderer bewirkt haben.&#8220; \u00a0Nelson Mandela Allgemeine Informationen Unsere Einrichtung ist ein kleines Kinderheim. In einem famili\u00e4ren Rahmen gef\u00fchrt, nennen wir es Kinderhaus, als Abgrenzung zu gro\u00dfen, schichtdienstbasierten Heimen. 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